Dienstag, 14. Januar 2020

NEUES PAPIERPROJEKT | Papier selber schöpfen ...

Hallo ihr Lieben, nach einer kleinen Pause melde ich mich im neuen Jahr zurück. Der Mann ist mit dem Wohnmobil Richtung Süden aufgebrochen. Nun ist er (und der Hund!!!) erst mal weg und ich bin Strohwitwe. (Bevor auch ich irgendwann die Düse mache).
Jetzt kann ich in aller Ruhe mein neues Buch zu Ende bringen, das ja schon im Februar erscheint, (dazu später mal mehr) und mich hier so richtig kreativ breit machen.

Das habe ich dann auch gleich mal ausgenutzt und etwas gemacht, was ich schon immer mal ausprobieren wollte - Papier selber schöpfen, yeah!


Die Siebe dafür kann man fertig kaufen (z.B. hier*), oder man kann sie sich auch leicht selbst herstellen. Allerdings ist es um diese Jahreszeit etwas schwierig Fliegengitter aus Draht zu bekommen. Ich habe tatsächlich die letzte Rolle im Baumarkt ergattert. Aber der Reihe nach...

Was braucht ihr für die Siebe :

• 2 Bilderrahmen pro Sieb, je nach gewünschter Papiergröße
  (ich habe mir 13x18cm und 20x25cm Rahmen in einem 1€ Laden geholt)
• Fliegengitter (entweder Baumarkt oder hier*)
• Schere (möglichst eine Alte, weil man den Draht damit schneiden muss)
• Tacker
• kleine Zange (um diese kleinen Metallstifte zu entfernen,
  womit der Rahmen hinten zusammen geklippt wird.

Zunächst also erst mal alles aus den Rahmen entfernen. Glas, Rückwände und die kleinen Metallstifte, die die Rückwand halten.

Dann jeweils einen der beiden Rahmen mit dem Drahtgitter bespannen. Man sollte beim Schneiden darauf achten sehr gerade zu schneiden, damit das Gitter nicht ausfranzt. Und am besten knickt man die Kanten, die man festtackert vorsichtig einmal um. (Bei meinem ersten Versuch hat es nicht gehalten) Außerdem ist es so auch sicherer. Der feine Draht kann ganz schön weh tun. Also Vorsicht! Am besten Handschuhe tragen.

Der zweite Rahmen bleibt unbespannt. Er wird nur zum Abdecken verwendet. Damit ist der erste Teil auch schon geschafft.

Was braucht ihr für die Papiermantsche? (auch Pulpe genannt) :

• Schnipsel, Schnipsel, Schnipsel
• Schüssel
• lauwarmes Wasser
• Stabmixer

 Zusätzlich zum Schöpfen: 

• eine kleine Plastikwanne, die groß genug ist, um die Rahmen hindurchzuziehen.
  Meine ist ca. 33cm  breit x 38cm lang und 10cm hoch - reicht völlig!
• fusselfreie Wischtücher
• evtl. eine zweite flache Wanne zum Auslegen der Bögen
• Handtuch
• Schwamm

(Ich habe ein Päckchen Papiertaschentücher zerschnippelt und noch ein paar Seiten alte Ausdrucke und ein, zwei Seiten aus einem Prospekt. Man kann aber auch alte Eierkartons verwenden, die ausgelesene Tageszeitung, alte Buchseiten, etc.)
Super praktisch ist ein Aktenvernichter zum zerschnipseln. (Den gibt es übrigens ab nächste Woche  günstig beim Discounter, da werde ich mir so ein Teil besorgen ... lohnt sich ;)

Alles (außer dem Eierkarton) habe ich in einer Schüssel mit lauwarmem Wasser eine halbe Stunde eingeweicht. Anschließend mit einem Stabmixer zu einer schönen feinen Pampe (bzw. Pulpe) zermatscht.

Das Ganze hat eine leicht bläuliche Färbung bekommen, wahrscheinlich duch die Tintenstrahlausdrucke, die einen hohen Blauanteil hatten. Mit den Farben muss man ein wenig rumexperimentieren. Danach füllt man die Wanne zu 2/3 mit lauwarmem Wasser (ist angenehmer beim Sieben) und mischt ca. die Hälfte der Pulpe ins Wasser. Schön durchrühren.

Dann nimmt man ein Sieb. Bespannte Seite nach oben, und deckt den unteren mit dem oberen Rahmen ab. Nun taucht man das Sieb seitlich in das Wasser ein, wartet bis genügend Masse über dem Sieb schwebt und hebt das Sieb gerade aus dem Wasser. Dann lässt man über eine Ecke erst mal das überschüssige Wasser ablaufen.

Nun den oberen Rahmen abnehmen und die abgeschöpfte Masse auf das vorbereitete Tuch stürzen. Am besten ein dickes Handtuch unten drunter und dann später zwischen jede Schicht ein weiteres Wischtuch.

Mit einem Schwamm nimmt man dann noch mehr von dem Wasser ab. Mehrmals abtupfen und den Schwamm zwischendurch ausdrücken.

Um das Sieb dann vom Papier zu lösen, wackelt man vorsichtig mit dem Rahmen hin und her. Mal in die eine, mal in die andere Richtung. Danach wieder eine Lage Wischtücher und alles wieder von vorne. So lange bis die Finger schön angeschrumpelt sind ;)

Zwischendurch immer mal wieder etwas von der Papiermantsche ins Wasser geben und vor jedem Siebvorgang gut durchmischen.
Später kann man die einzelnen Tuchlagen auf einem Wäscheständer trocknen (einfach mit dem Wischtuch aufhängen) und dann das Papier ein paar Stunden später mit dem Bügeleisen glatt bügeln. Das war's auch schon.

Anfangs dachte ich noch, meine Papiere wären viel zu dünn, aber wenn sie trocken und gebügelt sind, sieht das Ganze schon anders aus... ;) Auch hier muss man einfach experimentieren. Das macht echt riesigen Spaß und ich bin begeistern vom Ergebnis.

(Ach ja, das restliche Wasser versenkt ihr am besten in der Toilette, damit ihr euch nicht den Abfluss im Waschbecken verstopft. Oder besser noch: ihr schüttet es durch ein Sieb. Dann könnt ihr die Masse ausdrücken und bei Bedarf wieder verwenden!)

Und jetzt? Mal sehen, was ich mit dem Papier anstellen kann. Vielleicht Geburtstagskarten? Oder ein kleines Büchlein. Man kann die Seiten auch über einer Linealkante kleiner reißen und individuelle Geschenkanhänger daraus basteln...! Bedrucken mit goldener Acrylfarbe geht schon mal ganz gut.



Kommentare:

  1. Das sieht richtig toll aus. Das werde ich auch mal versuchen. Ich muss nur Zeit dazu finden. :)
    Herzliche Grüße,
    Adpoint

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    1. Danke. Ja, ein bisschen Zeit sollte man sich nehmen. Aber einen halben Tag kannst du doch bestimmt mal irgendwo abknapsen ;)
      Liebe Grüße, Yna

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  2. oh das ist so schön. Das will ich schon so lange mal wieder machen und schiebe es nur vor mir her. Aber jetzt....dank deiner schönen Anleitung, wird es bestimmt was. :)

    Liebe Grüße, Doro.

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    1. Ja, mach das. Es macht riesigen Spaß. Sicher ist es im Sommer im Garten lustiger, aber in der Küche geht's auch ;)
      Lieben Gruß, Yna

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  3. Wow, liebe Yna, das ist ja fantastisch, ein eigenes Papier. Die Anleitung ist toll, da kann man ja gleich loslegen.
    Ich wünsche dir einen schönen Tag. Liebe Grüße. Cora

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    1. Danke. Und ja man kann gleich loslegen und vor allem nicht mehr aufhören :)
      LG Yna

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