Montag, 8. Juli 2019

SHIBORI WACHSTUCH DIY | für ein bisschen mehr "Less Waste"

Ein Leben "ZERO WASTE" kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen. Auch wenn es Leute gibt, die es tatsächlich fabrizieren, oder auf dem Wege dahin sind. Ich habe bei vielen Dingen wirklich oft ein schlechtes Gewissen... andereseits kann ich mich zu diversen Alternativen nicht durchringen, weil sie einfach nicht praktikabel genug sind. Aber ich denke auch "Less Waste" ist ein Schritt in die richtige Richtung!

Wie oft bleibt in der Küche was übrig? Und wie oft benutze ich Alufolie oder Plastikfolie zum Abdecken meiner Schalen. Hier habe ich zumindest eine Lösung gefunden, die für mich persönlich praktikabel ist – Wachstücher!



Wenn man sie kauft, sind die Dinger nicht wirklich günstig, aber zum Glück kann man sie ja auch selber machen. Ich bin hier natürlich nicht die Erste, die das macht. Dafür habe ich die Tücher aber immerhin selbst gefärbt (guckt du hier!) Shibori Wachstuch DIY!

Wachtücher selber machen.

Was braucht man?
• Stoffreste (aus leichtem Baumwollstoff)
• Schere, am besten ZickZackSchere
• Bienenwachs (oder alternativ für Veganer: Soja-, Rapps- oder Sonnenblumenwachs)
• evtl. Kokosöl
• Pinsel
• Schmelzgefäß
• Backpapier
• Bügeleisen

Bei meiner letzten Shibori-Färbeaktion habe ich ein paar Tücher gleich rund zugeschnitten, damit ich sie später so verwenden kann. Kleine und Große für verschiedene Schüsselgrößen oder Gläser.



Bei der zweiten Aktion habe ich die Farbe gewechselt und meine Stoffe in einem lecker frischen Grün gefärbt... ;)

Nachdem die Stoffe gewaschen und getrocknet sind, bereitet man die Arbeitsfläche vor. Ich habe als Untergrund einen alten dicken Stoff ausgelegt und darüber einen großen Bogen Backpapier.
Dann muss man das Bienenwachs schmelzen. Die ersten Male habe ich es im Wasserbad gemacht. Ich finde das aber zu umständlich (wenn man nicht das richtige Gerät für sowas hat). Es geht auch in der Mikrowelle. Man sollte sich da allerdings ein wenig auskennen, und die Zeit richtig einschätzen. Lieber die Mikrowelle öfter anschalten)

Ich habe vier Esslöffel Bienenwachspastillen und einen Löffel Kokosöl verwendet. Das Kokosöl macht die Tücher etwas geschmeidiger. Ich habe zum Schmelzen ein altes Marmeladenglas genommen, damit ich das Glas später verschließen kann, um das restliche Wachs nicht zu verschwenden.

Dann legt man das Stück Stoff auf das Backpapier und pinselt mit einem dicken Pinsel zügig das geschmolzene Wachs auf den Stoff. Schön dick einpinseln. Dann zwei Lagen Backpapier drüber. Darauf achten, dass der Stoff gut mit Papier abgedeckt ist. Nun bügeln. Dadurch wird das Wachs tief in den Stoff verteilt. Was zuviel ist, quillt quasi an der Seite raus. Daher auf eine ausreichend große Unterlage achten.

Kurz abkühlen lassen und das Backpapier abziehen. Zum Auskühlen dann auf einen Stück sauberes Backpapier legen. Das war's auch schon.

Die Tücher lassen sich durch die Handwärme prima um eine Schüssel legen. Wenn das nicht reicht, macht man noch ein Gummi drum. (Richtig luftdicht schließen die Tücher natürlich nicht ab. Wer das möchte, sollte dann doch lieber eine Schüssel mit Deckel verwenden.)


Zum Reinigen einfach mit kaltem oder lauwarmen Wasser abwischen. (Für rohes Fleisch oder Fisch darf man die Tücher allerdings nicht verwenden.)



Natürlich halten auch die Wachstücher nicht ewig, denn das Wachs wird irgendwann ranzig. Dann kann man die alten Tücher aber immer noch in Streifen schneiden und kleine Wachsfackeln für den Grillabend basteln, oder sie einfach als Kaminanzünder verwenden.

Eine weitere Alternative zu den genannten Wachsen ist Canaubawachs (auch vegan). Ich habe es in der Tat einmal mit diesem Wachs versucht.... allerdings hat das Wachs einen extrem hohen Schmelzpunkt und wird auch wieder Ratztfatz fest. Für mich definitiv keine Alternative. Rapswachs soll von der Schmelztemperatur dem Bienenwachs am ähnlichsten sein. Sojawachs schmilzt schnell und Sonnenblumenwachs bleibt länger fest. Es muss also jeder selber testen, was für ihn am besten passt!

Dienstag, 11. Juni 2019

SHIBORI TOTE BAG | Tragetasche mit Kreismuster...

Es muss ja nicht immer Blau sein. Heute mal alles im grünen Bereich ;) Ihr habt es wahrscheinlich schon gemerkt, mich hat das Shibori Färbefieber wieder mal gepackt. Färben und nähen stehen hier gerade hoch im Kurs. Diesmal eine TOTE BAG. Findet ihr den Namen auch so komisch? Also, ich kann mich da nicht so dran gewöhnen. Allerdings klingt TRAGETASCHE auch nicht viel besser, oder?

Und da ich so verliebt bin in das Kreismuster, gibt's das jetzt auch noch mal in Grün. Ich bin ja schon gespannt, was ihr dieses mal für seltsame Dinge in dem Muster erkennt. (Eigentlich ist das eine "Holzmaserung" - Mokume Shibori)
Ich habe also wieder einen Kreis auf den Stoff gezeichnet, mir die Linien im Abstand von 1,5 cm mit einem Stoffmarker markiert und mein Garn (Sternchenzwirn) mit dem Vorstich Reihe für Reihe durchgezogen. Dann alles fest anziehen und verknoten.

Und dann ab in die grüne Soße ;) zu den anderen Teilen, die ich vorbereitet habe. 20 Minuten warten. Fällt mir immer am schwersten...

Anschließend, nach dem Ausspülen, wieder alles auseinanderdröseln. Dieses mal habe ich aber die Handschuhe angelassen, weil grüne Finger sehen nicht wirklich sexy aus.

Nach dem Fixieren und Trocknen der Stoffe, geht's auch schon gleich weiter. Für die Henkel der Tasche habe ich gleich ein paar Stoffstreifen mit eingefärbt. Diese zusammengenäht und umgedreht und nach dem Bügeln an der Oberseite der Tasche angenäht.

Zum Schluss noch hinten und unten zusammennähen. Fertig. Stofftaschen kann man nie genug haben. In jeder meiner normalen Taschen habe ich eine Stofftasche, damit ich bloß nicht in die Verlegenheit komme irgendwo eine Plastiktüte nehmen zu müssen.

Und natürlich bin ich noch lange nicht durch mit meinen Shibori Stöffchen. Da kommt sicher noch einiges, das kann ich euch schon mal verraten ;)




Freitag, 7. Juni 2019

EIN SHIBORI NACHMITTAG | Experimente und ihre Ergebnisse...

Es hat mich ja schon wieder seit langem in den Fingern gejuckt. Und nun war das Wetter ideal. Stoff da. Farbe da. Und dazu noch eine Freundin einladen (die 2 Schalen Erdbeeren zur Unterstützung mitbringt) und los geht's. Endlich mal wieder Blau machen...

Dieses Mal wollte ich es noch mal mit der Nähreservierung versuchen. Supergute Vorlagen und Anleitungen finden sich dazu im Buch von Christiane Hübner alias renna-deluxe. Bei ihr habe ich mal einen kleinen Shiborischnupperkurs gemacht. Seit dem...tja.... ;)

Allzu kompliziert mag ich es dann aber auch nicht. Vielleicht mal ein paar Kreise? Mokume Shibori. Holzmaserung. Auch wenn die Interpretationen auf Instagram in ganz andere Richtungen gingen. (Ich sag nur Fische, Hirn, Bazillen...) Auf jeden Fall ein noch relativ einfaches Muster. Aber das Ergebnis finde ich einfach nur toll. Das waren nicht die letzen Monde. (...was übrigens meine Interpretation ist)





Auch die genähte Doppellinie Ori Nui Shibori ist in dieser Form noch easy. (Für mich sieht hier das Endergebnis ein bisschen wie eine Röntgenaufnahme beim Zahnarzt aus... ;) Im ersten Bild oben, seht ihr übrigens, wie ich später mit blauen Fingern die Fäden wieder löse. Dabei haben mich die Gummihandschuhe doch extrem gestört. Was soll's - werden die Finger halt blau... Das fertige Muster seht ihr auf dem Foto unten rechts.


Und dann noch ein paar Kreise nähen Hinode Shibori - Sonnenaufgang. Hier wird erst genäht und dann gewickelt. Wobei ich hier den Stoff um einen Holzstab gewickelt habe. Ein dickes Seil hatte ich nicht. Aber ich denke, das ist erlaubt... ;)



Mit diesem Stück Stoff habe ich dann auch gleich losgelegt. Man sollte vorher schon ein bisschen planen, was man mit den Mustern später machen möchte. In dem Fall eine Tasche für mein iPad.

Den Stoff habe ich mit einem feinen Filzstoff  etwas abgefüttert und auf der Rückseite zusammengenäht. Die Naht aufgebügelt und dann alles umgedreht und den Rand oben festgesteckt und mit der Maschine abgesteppt.

Als Verschluss habe ich ein Gummiband gewählt. In Knallrot! Das Gummi wird einfach nur über die gesamte Tasche geschoben. Fertig!

Jetzt habe ich hier noch einen Haufen gefärbte Stoffe liegen, die auf ihre Bestimmung warten. Also werdet ihr da in Zukunft noch ein paar Sachen zu sehen bekommen. Wenn man einmal anfängt mit Shibori kann man nicht mehr auffhören. Es macht einfach Spaß. Und ich freue mich immer wie ein kleines Kind, wenn ich nach dem Färben die Ergebnisse sehe.