Dienstag, 15. August 2017

FUROSHIKI | hübsch verpackt mit Stoff ...

Wer in Japan eingeladen wird, der bringt ein Gastgeschenk mit. Eine schöne Verpackung des Geschenks ist dabei ebenso wichtig wie der Inhalt. Der sollte aber nicht zu kostspielig sein (um den Gastgeber nicht in Zugzwang zu bringen - das wäre unhöflich). Es sollte auch nichts Weißes sein, denn weiß ist die Farbe der Trauer. Und die Zahl 4 sollte auch nicht vorkommen - das bringt Unglück. Auch Messer oder spitze Dinge, wie Brieföffner, sollte man meiden. (Wäre, glaube ich, auch nicht meine erste Wahl bei einem Gastgeschenk!!!)

Mit Blau kann man nichts Falsch machen, oder? Dazu noch selbstgefärbt. Also vorher ein bisschen Shibori und dann ein wenig Furoshiki :)



Ein Furoshiki ist eigentlich ein quadratisches Tuch, das traditioneller Weise in Japan als Tragetuch, oder eben als Verpackung dient. So ein Tuch eignet sich wirklich ganz prima zum Verpacken von kleinen Geschenken. Ich habe es mit einem meiner Shibori-Testmuster und einem kleinen Notizbuch ausprobiert.



Da macht so ein kleines Notizbuch doch gleich viel mehr her. Mit dieser Technik lassen sich vor allem auch "unförmige" Gegenstände super verpacken, bei denen man ich mit Papier immer völlig verzweifle. Abgesehen davon habe ich so viele Stoffreste aus denen ich sicher nichts mehr nähen werde. Warum diese nicht einfach als "Geschenk-Stoff" nutzen?



Geschenke werden in Japan übrigens nicht in Anwesenheit des Schenkenden ausgepackt, sondern beiseite gelegt und später ausgepackt. Es wäre ein Faupax, wenn man ein Geschenk öffnet und möglicherweise Überraschung oder Enttäuschung zeigen würde.

Da müsste ich mich aber absolut beherrschen, denn ich packe meine Geschenke am liebsten immer gleich aus. Obwohl, wenn ich es mir recht überlege, die japanische Tradition unter Umständen auch seine Vorteile hat ... :)

Überreicht wird ein Geschenk mit beiden Händen und am besten mit dem Satz: "Es ist zwar wertlos, aber nehmen Sie es bitte trotzdem an." Man spielt also den Wert des Geschenks etwas runter. Das kennen wir ja hier eigentlich auch, oder?  "Na ja, ist nur 'ne Kleinigkeit, nix Besonderes." :)))

Verlinkt mit Ankes Creadienstag.

Kommentare:

  1. Danke für diese kleine Exkursion. Es ist wirklich interessant andere Sitten kennenzulernen. Die Idee ist auf jedenfall toll, Stoffreste gibt es bei mir mehr als genug und umweltfreundlich ist es auch.
    Herzlichst Ulla

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  2. Liebe Yna, sehr interessant deine Ausführungen zum Geschenke Übereichen in Japan!
    So schön verpackt würde ich ich über jedes Geschenk freuen!
    LG Astrid

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  3. so unterschiedlich sind die Sitten (und in manchem doch so ähnlich)
    schöne Variante, Stoff als Verpackung zu nutzen - vor allem wiederverwendbar :-)

    lieben Gruß
    Uta

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  4. Hübsche Idee, so eine Stoffverpackung. Besonders, wenn man wie ich, nie das passende Geschenkpapier, aber immer unzählige Stoffreste im Vorrat hat.

    liebe Grüße
    Nicole

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  5. Einfach nur KLASSEEEEEE! Zufällig vorbeigekommen und schon festgelesen. Wirklich eine sehr geschmackvolle Idee und sehr schön fotografiert.
    Danke und eine wundervolle Zeit
    Elisabeth

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  6. Endlich weiß ich, wohin mit den ganzen Stoffresten. Hättest du vielleicht auch noch eine schöne Idee für Wollreste, da wäre echt Bedarf : )

    Es grüßt die Billa

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  7. Hallo liebe Yna,
    das ist ja mal eine schöne und zudem praktische Idee! An Geschenkpapier mangelt es hier tatsächlich sehr oft, Stoffreste dagegen sind immer in ausreichender Menge vorhanden! Lieben Dank für die tolle Idee und den kleinen Ausflug nach Japan! Dir nun ein schönes Wochenende und viele liebe Grüße
    Tanja

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