Sonntag, 9. Oktober 2016

REISEBERICHT | Nordisch by Camper Teil 2

Und weiter gehts. Das Schöne bei unserer Tour in Norddeutschland war, dass die Fahrten zwischen den einzelnen Orten nie wirklich lang waren. Wenn ich an Namibia oder Australien denke, wo man viele hundert  Kilometern am Tag fährt - da war diese Reise doch wesentlich ruhiger...


Von der Hin- und Rückreise mal abgesehen, gibt es nur eine längere Fahrt. Von Sylt (bzw. Niebüll) nach Lübeck. Zack - und schon sind wir an der Ostsee. Genauer gesagt in Lübeck. Hach, die Stadt gefällt mir gut. Wir stehen direkt irgendwo auf dem Hafengelände, mit Blick auf den Wallhafen, im Rücken den Holstenhafen und fußläufig zur Stadt.

So schön am Fluss entlang zu laufen, durch die kleinen Gassen, vorbei am Figurentheater- und museum. Zum Rathaus, vorbei am Buddenbrookhaus, durch die Einkaufsstraße vorbei am Café Niederegger... ihr wisst schon Mar-zi-paaan!!!


Und zurück zum Rathaus in Backsteingotik. Übrigens eines der größten Rathäuser Deutschlands. Auf dem Marktplatz findet gerade ein Fest statt mit Schmusemusik und Opernstücken (immer schön im Mix) es gibt was zu futtern und viel zu schauen. Nach dem langen Rumlaufen genau das Richtige... bei einem Spritz Aperól einfach nur mal sitzen!


Auf dem Rückweg noch ein Fischbrötchen in der "Grill-Hütte" und abends einen Spaziergang durch die Docks. Herrlich. 2 Tage sind mal wieder viel zu kurz für diese schöne Stadt.

Aber am Sonntagmorgen geht es weiter nach Zierow. Da ist aber nur der Campingplatz. (Der übrigens schweineteuer ist im Vergleich zu den anderen Plätzen auf denen wir stehen.) Unser Ausgangspunkt für die Abstecher nach Wismar. (Übrigens auch eine Hansestadt.) 7 Kilometer mit dem Rad, das ist ja ziemlich human :)


Unweit der Nikolaikirche verläuft die "Grube" (ein künstlicher Bachlauf von Ost nach West). Dort gibt es eine Brücke - die Schweinsbrücke. Vermutlich wurden hier früher die Schweine zum Markt getrieben. Auf jeden Fall gibt es hier 4 nette Schweinchen. An jeder Ecke ein anderes :)) Überhaupt ist Wismar ein nettes Örtchen. Auf dem Marktplatz kann man gemütlich Kaffee trinken und durch die kleinen Gassen schlendern. Wer sich für Backsteingotik interessiert, ist hier genau richtig.


Nach 3 Tagen fahren wir weiter nach Heiligendamm, der älteste Seebadeort Deutschlands, (und Kontinentaleuropas) - Ui! Die Weiße Stadt am Meer. Bekannt wurde Heiligendamm übrigens durch den G8 Gipfel 2007. Die riesigen Promenadenvillen werden zur Zeit restauriert und renoviert. Falls ihr also noch nach einer Wohnung am Meer schaut? :)) Da wäre noch einiges frei...


Wir stehen mit dem Camper auf einem Waldparkplatz, in der Nähe eines Jägerhofes. Da wird am Nachmittag auch ordentlich rumgeballert. Hm! Außer am Strand liegen, kann man hier nicht viel machen. Wir wollten Essen gehen und sind extra mit dem Rad nach Bad Doberan gefahren. Wir wollten unbedingt Pizza, das ist nämlich das einzige, was wir im Camper nicht machen können.
Nach stundenlangem rumsuchen nach einem Italiener (haben wir nicht gefunden!!!) sind wir in der "Zikke" gelandet. Ein kleines, feines Restaurant - zwar ohne Pizza, aber mit jeder Menge außergewöhnlichen Flammkuchen. Hm - Ziegenkäse und Honig...! (Schaut mal hier!) Gut, dass wir noch zurückradeln mussten  :)))

Am nächsten Tag geht es weiter nach Warnemünde. Dort legen wir uns erst mal 3 Stunden an den Strand. Bis es irgendwann brechend voll wird. Also spaziert man durch den Hafen, isst ein Fischbrötchen und fotografiert ein bisschen. Ich ärgere mich immer noch, dass ich am Kunstautomaten nichts gekauft habe. 3 Euro für die Kunst hätten eigentlich drin sein müssen. Das Problem ist aber, dass wir unser Kleingeld immer für andere Dinge brauchen, denn auf den Campingplätzen kostet alles irgendwie extra. Also haben wir unsere wenigen Münzen gehortet.


Noch einen Abstecher zum Leuchttum und dem "Teepott" und noch mal raus zur Hafeneinfahrt. Das Wetter hätte nicht besser sein können.


Am Nachmittag geht es dann auch schon weiter. Mit der Fähre rüber auf die Halbinsel (Fischland-Darß-Zingst). Gelandet sind wir dann in Wustrow. In Fischland. Auf einem netten Stellplatz in der Nähe vom Fischländer Hafen.


Hier haben wir uns dann endlich entschlossen auf die Bank zu gehen und uns einen Sack Münzen zu tauschen. Ohne Kleingeld geht beim Campen eben nix. 
Nach den obligatorischen 3 Std. am Strand setzen wir uns aufs Rad fahren und 45 km durch die Gegend. Danach freue ich mich auf die Dusche und eine Portion Spaghetti :))


Ein letzter Blick und schon geht es nach 2 Tagen weiter. Nach Stralsund. Da wir bei unserer letzten Radtour bereits im Ozeanium waren, sind wir diesmal nicht drin gewesen. Leider muss ich sagen, denn eigentlich wäre ich doch gerne reingegangen. Nun, dann eben beim nächsten mal wieder.


So bummeln wir durch die Stadt, trinken Kaffee und genießen das Wetter (beim letzten mal, hatte es geschüttet). Und natürlich sind wir auch zur Gorch Fock, dem Segelschulschiff von 1933. Das Schiff ist nicht mehr seetüchtig und liegt sein 2003 im Stralsunder Hafen.


Am nächsten Tag verlassen wir Stralsund und fahren übern Damm nach Rügen und dann mit der Fähre nach Wiek. Wir landen auf einem typischen Surfer Campingplatz. Nur junge Leute im Gummianzügen :) Wenigsten kann man denen bei Sonnenuntergang zuschauen. Ansonsten gibt es nämlich nichts. Ach doch - Pizza beim Italiener!


Am nächsten Tag geht es zum Kap Arkona. Klingt auch nicht so, als gehöre es hierher... Es ist die 43 Meter hohe Steilküste im Norden von Rügen. Wir machen einen Spaziergang am Strand und radeln später noch nach Vitt, um bei ein paar komischen Vögeln Kaffee zu trinken... :))



Als wir dann endlich beim Königsstuhl (dem bekanntesten Kreidefelsen im N.P. Jasmund - 118 meter hoch) ankommen, sind wir erst mal überrascht, dass wir Eintritt bezahlen müssen. Aber immerhin gibt es ein Museum und die Führung ist mit inbegriffen. Wir haben also was über die Gegend, die Buchenwälder und die Kreidefelsen gelernt. Nur runter zum Strand kann man dort momentan nicht, denn der Weg ist gesperrt.


Vergeblich sucht man auch die Aussicht, wo Kaspar David Friedrich die Kreidefelsen verewigt hat. Denn diese Aussicht gibt es gar nicht. Ja, ja da wurde damals schon gemogelt und einfach ein paar Aussichten zusammengebastelt, damit es besser aussieht:))
Um an den Strand zu kommen muss man eine lange Wanderung durch den Park machen bis zur "Kieler Treppe". Dort gibt es eine schmale Treppe, wo man runter kann. Endlich kann ich nach Hühnergöttern suchen. Und ich habe auch tatsächlich Glück :))


Als wir von unserer Tour zurückkommen, machen wir uns wieder auf den Weg zum nächsten Campingplatz. Ist es zu fassen? Abends gibt es so viele Moskitos, dass wir in den Wagen flüchten...

Am nächsten Tag ein Besuch in Prora. Das "Bad der Zwanzigtausend". Unglaublich (hässlich) diese als Urlaubsort getarnte (4,5 km lange!!!) Indoktrinationsanstalt aus dem Dritten Reich. Sehr gruselig. Die Anlage steht seit 1993 unter Denkmalschutz. Wird aber gerade in schicke, superteure Apartements umgebaut. Zumindest ein Teil davon. Aber ganz ehrlich... wollte ich nicht für geschenkt auch wenn der Strand noch so schön ist...


Zum Glück, gibt es auch noch etwas anderes zu besichtigen. Den Baumwipfelpfad im Naturerbezentrum Rügen. Auf dem Weg zum 40 hohen Aussichtspunkt gibt es viele Erlebnisstationen und oben wird man mit einer fantastischen Aussicht belohnt.


Bevor wir die Insel Rügen wieder verlassen, besuchen wir noch das wunderschöne Seebad Sellin. Wir zahlen unsere Kurtaxe und und verbringen eine Weile am Strand. Aber nicht nur die Seebrücke (und die Tauchgondel) sind sehr schön, sondern der ganze Ort. Ein sehr mondäner Badeort mit wunderschönen weißen Häusern. Erker, Türmchen und Veranden zum verlieben.


Und als hätte die Zeit es geahnt, wird bei unserer nächsten Station (Usedom) dann das Wetter schlecht. Wir brechen unsere "Zelte" 2 Tage früher ab und machen uns auf den langen Weg nach Hause. Aber ich will nicht meckern - wir haben 4 Wochen lang fantastisches Wetter gehabt, waren viel unterwegs, haben viel gesehen und sind uns einig, dass Deutschland doch recht schön und abwechslungsreich ist. Und mit dem Camper ist man einfach so wunderbar flexibel.





Kommentare:

  1. Liebe Yna,

    so viel, so tolle Impressionen und Bilder!
    Ich liebe diese Bilder :)
    Und das Schöne ist, dass ich vor Ewigkeiten an so vielen dieser Orte schon war...
    Tolle Erinnerungen für mich!

    Herzliche Grüße
    Julia

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  2. Liebe Yna,
    ohne jeden Zweifel ist Deutschland schön. Wenn das Wetter mitspielt...
    Da hattet ihr tatsächlich Glück und habt wirklich Sehenswertes gesehen.
    Die Prora ist jetz weiß Gott keine Schönheit, aber muss man auch mal gesehen haben.

    Tolle Tour, vielen Dank für´s mitnehmen.

    glg Nicole

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  3. Da kommt man richtig in Reiselaune... zum Glück packe ich bald meine Koffer,- aber statt an die See, geht es in die Berge : )
    LG Billa

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  4. endlich geschafft, deinen beitrag zu lesen - und zu schauen! schön war es - auch, weil ich an den meisten orten schon war und viele erinnerungen aufkamen. nach prora will ich allerdings nicht, gruselig!!
    liebe grüße, mano

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  5. Klingt nach einem wunderbaren Urlaub und sieht auch so aus, liebe Yna :-)
    Und immer dieser blaue Himmel !!!
    Herzliche Grüße und...bis morgen ??? helga

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