Freitag, 30. September 2016

REISEBERICHT | Nordisch by Camper Teil 1 …

Wir waren wieder unterwegs... ach ja, wir haben ja jetzt ein Wohnmobil. Wir haben allerdings immer noch keinen passenden Namen für unser fahrbares ZuHause gefunden... und einen Namen braucht der Camper - unbedingt. Schließlich hat der Heizlüfter ja auch einen :)

Nachdem wir im April/Mai in Portugal und Spanien unterwegs waren, (könnt ihr hier nachlesen) haben wir es nun mal mit Deutschland versucht. Ja, tatsächlich. Im Süden Deutschlands sind wir bereits öfters rumgereist, mit dem Rad, zum Beispiel.... aber den Norden kannten wir bisher beide eigentlich nicht. Also: auf in den Norden!

Reisebericht. Mit dem Camper durch Norddeutschland.
Bepackt mit 2 Reiseführern, einen für die Nordsee und einen für die Ostsee, gings Anfang August los. Wenn schon, denn schon. Die Route war soweit klar.. und dann? Was kommt, das kommt!
Unsere ersten Stationen waren Leer und Emden und dann ging es nach Greetsiel. Wie kommt man nach Greestiel? Dann, wenn eine Freundin eine Mühle in Uttum besitzt und sie zufällig zur gleichen Zeit mal wieder oben in Ostfriesland ist.

Greetsiel. Krabbenkutter und Zwillings Windmühlen.
Unseren Camper haben wir in Uttum abgestellt und sind die ca. 7 km nach Greetsiel geradelt. Sooo schön dort. Die Mühle auf dem Foto gehört natürlich nicht meiner Freundin. Das ist eine von den Zwillingsmühlen aus den Jahren 1856 und 1706. In dem sehr malerischen Hafen liegen noch an die 27 Krabbenkutter umschwirrt von kreischenden Möven. Leckeres Eis essen, bummeln im Ort, Radtouren machen und das weltbeste Krabbenbrötchen essen. (ehrlich, wir haben später kein besseres mehr bekommen:)

Impressionen aus Greetsiel.
Für uns waren natürlich die Motive im Hafen der Knaller. Ist ja auch so ganz anders als hier zu Hause. Der Odenwald ist sehr schön - liegt aber nun mal leider nicht am Meer :)
Und wenn man schon mal hier oben ist, fährt man natürlich auch zum OTTO Leuchtturm nach Pilsum :) Der gehört natürlich auch nicht Otto, aber er hat ihn populär gemacht. Der Turm diente Otto, dem "Außerfriesischen" im Film als Wohnung und ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Ostfrieslands. Seht ja auch sehr markant aus...

Pilsum. Leuchtturm. Otto Leuchtturm:)

Dann gings auch schon weiter. Der nächste Besuch stand an. Die nächste Station war Norddeich. Eigentlich aber nur zum Übernachten. Gerade noch den letzten Platz für 2 Tage bekommen. Puh! Dafür den wahnsinngsten Sonnenuntergang am Deich erlebt.

Norddeich.
Sonnenuntergang am Norddeich.
Nörddiek, wie es auf Plattdeutsch heißt, liegt direkt an der Nordseeküste. A propos Plattdeutsch, das Größte für uns war, im Radio den Wetterbericht auf Plattdeutsch zu hören :)) Herrlich, auch wenn wir nicht alles verstanden haben.
Von Norddeich gings mit dem Rad zu Hafen und auf die Fähre zu einem Tagesausflug nach Norderney. Eine Bekannte von uns kommt von der Insel und fährt sehr oft im Jahr in ihr Elternhaus, nicht weit vom Hafen. Eine wünderschöne, kleine Oase mit einem winzigen Gärtchen im Hinterhof - zum verlieben.

Norderney. Am Strand. Strandkörbe.
Hier dann endlich Strand. Sand. Und Strandkörbe. Wir haben einen langen Spaziergang über die Insel gemacht, tief Luft geholt und den Wind und die Dünen auf uns wirken lassen, eine warme Suppe in der Weißen Düne gegessen, echten frisischen Tee getrunken, bis wir wieder zurück zur Fähre mussten.

Am nächsten Tag einen Abstecher zum Hafen Neuharlingersiel. Einen windigen Kaffee getrunken und ein wenig rumgelaufen, und schon weiter gings nach Bremen. Nun muss ich sagen, dass ich Städte nicht so gut fotografieren kann. Ich mache viele Erinnerungsfotos, aber zum Zeigen sind sie mir nicht gut genug. Daher gibt hier nicht so viele Häuser und Straßen zu sehen.

Wir hatten einen fantastischen Campingplatz in Bremen. Die 1,5 km in die Innenstadt konnten wir prima laufen und das Wetter hat auch mitgespielt. Ich war bereits einmal in Bremen, das muss so 1975/6 gewesen sein. Irgendwie war der Roland gar nicht mehr so groß, wie ich ihn in Erinnerung hatte :) und bis wir die Bremer Stadtmusikanten gefunden hatten - das hat eine ganze Weile gedauert. Mir gefielen dann auch diese lustigen Vier viel besser - auch wenn der Hahn bereits ausgeflogen war :))

Bremen. Die Bremer Stadtmusikanten in der Böttcherstraße.
Natürlich haben wir eine kleine Radtour an der Weser gemacht, waren im Schnoorviertel und im Osttorviertel und selbstverständlich auch in der Böttcherstraße in der Altstadt. Dort sind wir dann auch abends noch mal hin, um uns in einem kleinen, schnuckeligen Kino, dem Atlantis Filmtheater, den Film "Julietta" von Almodovar anzuschauen.
Bei der Abreise fing es dann an zu schütten. Bäh! Und hat auch leider in Bremerhaven nicht mehr aufgehört. Eine gute Gelegenheit ins Klimahaus zu gehen. Das dachten sich allerdings außer uns noch gefühlte 30.000 andere.
Schade, denn im Klimahaus Bremerhaven 8° Ost muss man einfach gewesen sein. Eine virtuelle Reise um die Welt auf dem 8. östlichen Längengrad. Auf einer Austellungsfläche von rund 11.500 Quadratmetern geht es durch die Stationen: Schweiz, Italien, Niger, Kamerun, Antarktis, Samoa, Alaska und Deutschland. Es ist tropisch heiß in Kamerun und eisekalt in der Antarktis. Aber keine Angst, es ist der arktische Sommer :)

Klimahaus Bremerhaven 8 Grad Ost. Antarktis.
Wie gesagt, leider viel zu voll, um sich all die tollen Sachen anzuschauen, die Infotafeln zu lesen und sich Filme anzusehen. Da müssen wir also unbedingt noch mal hin.

Danach ging's weiter nach Hamburg. Ach, was soll ich sagen. Ich wäre so gerne mal in Hamburg, wenn das Wetter schön ist. Bisher hatte ich kein Glück. Auch diesmal nicht. Dafür hatten wir auch hier natürlich wieder ein Treffen geplant. Mein Neffe lebt seit ein paar Jahren in Hamburg und mein Bruder war auf dem Weg von München nach Föhr und hat in Hamburg Station gemacht. Also haben wir uns an zwei Abenden getroffen und nett geplauscht.

Ein bisschen Kultur gab's natürlich auch. Die Manet-Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle wollten wir uns anschauen, die Elbphilharmonie natürlich auch und ein bisschen durch die Speicherstadt schlendern. Unser Campingplatz dort war alles andere als luxeriös. (Kein Strom, kein Wasser, kein gar nix) - aber eine super Location. Direkt am Hafen auf dem alten Fischmarkt (neben Strandpauli :) Und natürlich am Wochenende, dass heißt, als dann der Fischmarkt losging saß ich morgens senkrecht im Bett... wenn ich gekonnt hätte... so hoch ist die Decke im Alkoven ja nicht :)

Hamburg. Elbphilharmonie und Speicherstadt.
Und schon gings weiter nach SPO, klingt wie eine Partei, oder? Überhaupt sehen die Autokennzeichen da oben im Norden oft aus wie die Abkürzungen von Parteien :) Zu Sankt Peter Ording muss ich gar nicht viel sagen, da zeige ich lieber die Fotos (Außer vielleicht, dass ich immer noch finde, der Ort klingt, als gehöre er in die Alpen oder in den Schwarzwald - genauso wie Bad Schwartau!!!)
Am Strand von Sankt Peter Ording. SPO. Strandkörbe.Wassersport in Sankt Peter Ording. Am Strand.

Drachen in Sankt Peter Ording.
Ach ja, und das Wasser war vom Strandkorb ungefähr 1,8 km weg. Hallo? Ehrlich, wir hatten GPS :) Egal, war eh zu kalt zum schwimmen.
Nach der schönen Zeit ins SPO gab es noch eine Fahrradtour zum Westerhever Leuchtturm. Eine schöne Ausfahrt und nicht so windig, wie gedacht. Es heißt, das Licht des Leuchtturms von 1906 ist bei klarer Sicht bis nach Helgoland zu sehen... wow!

Radtour zum Westerhever Leuchtturm.
Und noch eine kleine Fahrradtour auf die Hamburger Hallig. Die Hallig ist keine Insel mehr, da sie seit 1860 durch einen Deich mit dem Festland verbunden ist. Die Insel ist Naturschutzgebiet und auf jeden Fall eine Radtour wert. Leider hatten wir kein Badezeug dabei - oder besser zum Glück, denn das Wasser ist nur für sehr Mutige :)

Hamburger Hallig. NABU. Naturschutzgebiet.

Hamburger Hallig. Baden in der Nordsee.
Und unsere letzte Station, bevor es an die Ostsee ging war Sylt. Da wollte ich schon immer mal hin, und ich muss sagen, es hat uns beiden sehr gut gefallen. Hätten wir vorher gewusst, dass es dort einen tollen Campingplatz gibt, hätten wir vielleicht ein wenig umgeplant.
So haben wir uns die Räder geschnappt und sind mit dem Zug nach Westerland gefahren. Dort haben wir uns eine Karte besorgt und sind losgeradelt. Durch Kampen und bis nach List. Mehr noch als der hübsche Leuchtturm in Kampen haben uns die dazu passenden Kühe fasziniert. Wie haben die das nur hinbekommen :)

Leuchtturm auf Sylt bei Kampen

Leuchtturm List-West auf Sylt
In der Nähe des Leuchtturms List-West haben wir uns an einen einsamen Strand gelegt und ein bisschen die Sonne genossen, bevor wir wieder zurück nach Westerland geradelt sind.  So ein einziger Tag auf Sylt ist natürlich viel zu kurz. Aber jetzt, wo wir wissen, dass es in Kampen einen Campingplatz gibt, werden wir das beim nächsten mal wohl etwas anders planen.

Sylt war unsere letzte Station an der Nordsee. Im zweiten Teil sehen wir uns dann wieder an der Ostsee....


Kommentare:

  1. Schöööön, ich durfte Die ja schon auf Instagram begleiten. Natürlich hat mir Deine Reiseroute besonders gefallen, weil sie streckenweise in meine alte Heimat führte. Ich hoffe, Du hast die Grüße ausgerichtet ;) !
    Liebe Grüße
    Cora

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    1. Klar, ich habe überall schön "Hallo" gesagt :)

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  2. ach yna, was hast du für herrliche bilder mitgebracht!! meine sehnsucht nach meer und norden hat dadurch wieder gewaltig zugenommen! ich hoffe, dass ich im spätherbst wenigstens noch ein paar tage nach hamburg (bei gutem wetter versteht sich!) und travemünde komme!!
    liebe grüße von mano

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  3. suuuper, ein Wohnmobil! wann kommt ihr ans Schwarze Meer, Yna? dicke Umarmung & liebe Grüße

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